Technikerin, Ingenieurin oder Softwareentwicklerin – leider noch immer eine Seltenheit

MINT – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technologie. Dies sind die Berufsfelder, bei denen sowohl gesamtschweizerisch als auch in der Deutschschweiz ein grosser Fachkräftemangel besteht. Doch noch etwas Weiteres sticht ins Auge: Frauen sind in den MINT-Berufen noch immer massiv untervertreten. Wir sind überzeugt: Es muss mehr getan werden, um die MINT-Spezialistinnen und -Spezialisten von morgen zu fördern und es muss mehr getan werden, um eine ausgeglichenere Geschlechterverteilung zu erreichen.

Der Fachkräftemangel nimmt gesamtschweizerisch weiter zu – und das um rund 22 Prozent.  Zu diesem Schluss kommt der «Fachkräftemangel Index Schweiz 2019« der Adecco Group, in dem die dreijährige Entwicklung des Fachkräftemangels seit 2016 dargelegt wird. Das Ingenieurwesen, die Technikberufe sowie Berufe innerhalb der Informatik gehören nach wie vor zu den Spitzenreitern, wenn es um fehlendes qualifiziertes Personal geht. Dasselbe Bild zeichnet sich in der Deutschschweiz ab, wobei das Berufsfeld der Informatik noch stärker unterbesetzt ist als im gesamtschweizerischen Vergleich. Nach dem Ingenieurwesen belegt der im digitalen Wandel immer bedeutungsvollere Sektor den bedenklichen 2. Platz.

Nebst dem andauernden Fachkräftemangel bleibt auch die massive Untervertretung von Frauen in MINT-Berufen unbestritten. Im Jahr 2017 lag der Frauenanteil gemäss dem Bundesamt für Statistik  in der beruflichen Grundbildung im Bereich Informatik bei lediglich 6,8 Prozent; im Bereich Ingenieurwesen und Technik gar bei 6,5 Prozent. Auch im tertiären Bildungssektor fällt auf, dass Frauen im Studium von MINT-Fächern nur schwach repräsentiert sind. 2019 haben 878 Studentinnen von insgesamt 4’719 Studierenden ein MINT-Studium an einer Schweizer Fachhochschule mit einem Bachelor abgeschlossen – damit liegt der Frauenanteil unter 20 Prozent. Im Bereich Informatik waren es sogar nur 11 und im Bereich Technik nur 10 Prozent. (Bundesamt für Statistik)

Weshalb sind Frauen noch immer untervertreten im MINT-Bereich?

Viele Mädchen, die sich in der Phase der Berufswahl befinden, trauen sich MINT-Berufe nicht zu und meiden daher diese vermeintlichen «Männerberufe» wie eine Studie der Pädagogischen Hochschule Luzern aufzeigt. Deutliche Stereotypen, zum Beispiel durch Gesellschaft, Lehrpersonen oder konkret in Schulbüchern hervorgerufen, führen zu geringerem Selbstvertrauen bei Mädchen in diesen Bereichen. Dies hat selbstverständlich einen massiven Einfluss auf die Studien- sowie Lehrstellenwahl.

Was können wir tun, um Mädchen für MINT-Berufe zu begeistern?

Einerseits müssen die Berufe im MINT-Bereich stärker vermarktet werden, potentielle Hürden und Vorurteile sind durch eine aktive Kommunikation möglichst früh abzubauen. Andererseits können Ermutigungen von Vertrauenspersonen sowie weibliche Vorbilder Zweifel zerstreuen und Mädchen dazu ermutigen, eine MINT-Karriere anzustreben. Ausserdem ist es spannend zu wissen, dass Mädchen in MINT-Fächern besser lernen, wenn monoeduktiv unterrichtet wird, also keine Jungen in derselben Klasse sind. Ein Umstand, dem auch 08EINS zukünftig Rechnung tragen wird.

Der Fachkräftemangel ist ein Thema, das uns stark beschäftigt und einer der Gründe, der die Lancierung der MINT-Academy inspiriert hat. Begeisterung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technologie zu wecken und dafür altersgruppengerechte Angebote zu schaffen, ist die Basis, um genügend MINT-Talente für die Zukunft gewinnen zu können. Klar ist, dass dabei Mädchen eine bedeutende Rolle zukommt und dass wir uns über jede Primarschülerin freuen, die wir zu ihrem individuellen MINT-Abschluss führen und für MINT-Fächer begeistern konnten.

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